Die Gewerbeanmeldung


Die Gewerbeanmeldung ist in Deutschland für alle Personen notwendig, die einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen, egal ob diese haupt- oder nebenberuflich ist.

Laut §15 Abs.2 EStG ist eine gewerbliche Tätigkeit an den folgenden Punkten zu erkennen:

  • Man muss selbständig tätig und für die eigenen Entscheidungen verantwortlich sein.
  • Ein Gewerbe muss nachhaltig sein und damit langfristig angelegt.
  • Das wohl wichtigste Merkmal ist die Gewinnerzielungsabsicht. Man muss also Geld verdienen wollen.
  • Man handelt mit anderen Unternehmen und Selbständigen Waren und Leistungen.

Wann muss man sich anmelden?

Nimmt man das Gesetz (§14 der GewO) sehr genau, dann muss man das Gewerbe mit der Aufnahme der Tätigkeit anmelden. Hat man also vor eine Website zu erstellen, mit der man später Geld verdienen will, dann müsste man die Gewerbeanmeldung sofort vornehmen, wenn man anfängt die Website aufzubauen.

In der Realität gehen das viele etwas lockerer an und melden erst dann ein Gewerbe an, wenn wirklich die erste Einnahmequelle eingebaut wird. Spätestens sollte man das also tun, wenn man Google AdSense, Affiliatelinks, etc. einbaut.

Zunächst macht es Sinn, eine Website zunächst aufzubauen und die Besucherzahlen zu steigern, bevor man sich entschließt damit Geld zu verdienen. Dann ist die Gewerbeanmeldung aber notwendig und nicht erst, wenn  bereits die ersten Einnahmen generiert wurden.


Zum Gewerbeamt

Die Gewerbeanmeldung ist verhältnismäßig einfach. Man geht einfach zum örtlichen Gewerbeamt wenn man 18 Jahre oder älter ist und nimmt seinen Ausweis mit. Die Anmeldung kostet je nach Gewerbeamt zwischen 20 und 40 Euro. Es ist aber heutzutage auch immer öfter möglich, dass die Gewerbeämter eine Anmeldung online ermöglichen oder zumindest eine Vorlage des Formulars im Netz bereitstellen.

Nun füllt man die Gewerbe-Anmeldung aus, wobei man sich zuvor schon einmal Gedanken über die Tätigkeits-Beschreibung gemacht haben sollte. Diese beschreibt, was man in seinem Gewerbe tut. Sie sollte aber nicht zu spezifisch sein, damit man später noch flexibel ist. „Internet-Dienstleistungen“ ist eine ausreichend flexible Formulierung in der Gewerbeanmeldung.


Wie geht es dann weiter?

Das Finanzamt meldet sich nach ein paar Wochen in der Regel postalisch bei Ihnen. Dann erhält man auch eine Steuernummer. Man muss daraufhin den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen. Darüber hinaus meldet sich die Industrie- und Handelskammer (IHK). Keine IHK-Beiträge fallen grundsätzlich an, wenn der Gewinn pro Jahr unter 5.200 Euro liegt. Von der IHK-Gebühr komplett befreit ist man als Existenzgründer im 1. und 2. Jahr, wenn der Gewinn nicht mehr als 25.000 Euro beträgt. Im 3. und 4. Jahr ist man zumindest von der Umlage befreit, wenn diese Grenze ebenfalls nicht erreicht wird.


Gewerbesteuer

Durch die Gewerbeanmeldung wird man zusätzlich zur Einkommenssteuer gewerbesteuerpflichtig. Allerdings muss man nur dann auch Gewerbesteuer zahlen, wenn der Gewinn mehr als 24.500 Euro im Jahr beträgt (Freibetrag). Zum Thema Steuern, werden wir aber nochmal gesondert berichten.

 

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